Freitag, 21. Juni 2019

AV18 - Ausschiffung & AIDA-Fazit



Nach dem etwas verregneten Tag gestern zeigte sich Montreal heute von seiner sonnigen Seite, so dass es vor dem letzten Frühstück an Bord noch mal auf das Sonnendeck für einen schönen Rundumblick ging, bevor ich - nach der Verabschiedung von einigen liebgewonnenen Mitreisenden - um 9 Uhr final von Bord der AIDAvita gegangen und mit der Metro weiter zu meinem Bruder gefahren bin, wo ich noch bis Ende nächster Woche bleiben werde.







Montreal




Während die Passagiere mit einem über AIDA gebuchten Rückflug für den heutigen Tag ihre gepackten Koffer bis 2 Uhr heute Nacht vor ihre Kabinentür stellen mussten, damit diese dann gesammelt von Bord gebracht werden, konnten die "individuell Reisenden" ihr Gepäck selbst mit von Bord nehmen.


Fahrt mit der Metro ...





... zur Wohnung meines Bruders ...



... mit unserer Freizeitbeschäftigung der nächsten Tage!

Fazit: eine überraschend schöne Reise mit der AIDAvita von Hamburg nach Montreal!

Eigentlich habe ich die Fahrt ja (fast) nur als Mittel zum Zweck gemacht, um mal wieder meinen Bruder zu besuchen, und ich die Idee witzig fand, dafür von meiner Wohnung in Hamburg aus zu Fuß an Bord eines Schiffes gehen und in Kanada wieder aussteigen zu können - die Route selber war dabei mehr als zweitrangig, da ich an den meisten Orten ja schon war und das Wetter gerade in Schottland/Island auch im Sommer nicht zuverlässig gut ist, und auch die Wahl für AIDA war eher notgedrungen, da AIDA ja eigentlich den Ruf hat, eher "Cluburlauber" anzuziehen (was mit meiner Vorliebe für individuelles Reisen recht wenig Gemeinsamkeiten hat), noch dazu fand ich die Vorstellung von einer Kreuzfahrt ausschließlich mit deutschen Passagieren eher abschreckend als verlockend.

Durch den für AIDA-Fahrten sehr geringen Last-Minute-Preis in Komibination mit einem auf 25 % reduzierten Zuschlag für die Einzelnutzung einer Doppelkabine (siehe AV00) habe ich mich dann aber trotz der genannten Bedenken für die Reise entschieden und bin gleich in mehrerer Hinsicht positiv überrascht worden!



Bedingt durch die relativ ungewöhnliche Route war zum einen der Altersschnitt an Bord (zum Glück) mit 59 deutlich über dem üblichen AIDA-Durchschnitt (aber trotzdem wohl noch unterhalb dem meiner bisherigen Positionierungs-Kreuzfahrten mit MSC), zum anderen wurde durch die eher kühl zu erwartenden Temperaturen sicher auch nicht das AIDA-typische "Partypublikum" angelockt, das schon mittags mit dem Bier in der Hand zu Schlagermusik um den Pool herum tanzt ... (was sicherlich nicht bei jeder anderen AIDA-Kreuzfahrt so ist, aber ihr wisst schon, was ich meine).

Durch das etwas gesetztere Publikum (sowie nur etwa einem Dutzend Kleinkindern) war die Atmosphäre an Bord daher meist angenehm ruhig und entspannt, auch im Vergleich zu meinen MSC-Fahrten mit vielen südländischen (oder je nach Route auch mittel- und südamerikanischen) Passagieren, wo es z.B. während den Mahlzeiten in den Buffetrestaurants häufig recht laut war.
Natürlich waren einem trotzdem nicht alle Passagiere, mit denen ich mich etwa während der Mahlzeiten am gemeinsamen Tisch unterhalten oder sonstwo an Deck getroffen habe, gleichermaßen sympathisch, aber die große Mehrheit der Interaktion mit den Mitreisenden war durchaus angenehem und bis zum Schluss kannte ich etwa ein Dutzend Paare, bei denen ich mich gerne an den Tisch mit dazu gesetzt habe, und mit einigen entstand auch eine etwas intensivere Freundschaft - der Graus vor den vielen anderen Deutschen um einen herum hat sich also als weniger schlimm herausgestellt als befürchtet.



Positiv ausgewirkt hat sich sicherlich auch, dass das Schiff mit (nur) gut 1000 Passagieren (bei 629 Kabinen) bei weitem nicht ausgebucht war, so dass man eigentlich nirgends das Gefühl hatte, dass es "eng" oder "voll" ist (abgesehen von der etwas chaotischen Vergabe der Tenderboot-Tickets am 3. Reisetag) und schon fast eine "familiäre Atmosphäre" an Bord herrschte; auch beim Verlassen des Schiffes z.B. musste man nie länger Anstehen (während das auf anderen, größeren und volleren Schiffen schon mal 20 min und länger gedauert hat).

Das Schiff selber ist mit seinen 17 Jahren nicht gerade neu, durch mehrere Renovierungen aber merkte man der AIDAvita ihr Alter eigentlich nicht an. Nach der letzten Modernisierung in 2017 sind rund um den Pool herum die sonst noch vorhandenen (Plastik-)Palmen und -Steine verschwunden, so dass dieser Bereich für mich etwas karg wirkte, den Rest der Ausstattung und Einrichtung fand ich aber durchweg ansprechend.
Lediglich das Markt-Restaurant auf Deck 8 fand ich an den Buffet-Stationen etwas beengt, aber da man ja auf das etwas geräumigere Calypso auf Deck 9 ausweichen konnte, hat mir das letztlich wenig ausgemacht; für das Calypso sprach zudem, dass es abends durchgehen geöffnet war (meist von 18:30 Uhr bis 21 Uhr), während man im Markt-Restaurant zwei Essenszeiten hätte einhalten müssen (18:00-19:30 Uhr und 20:00-21:30 Uhr).



Vorteil des "alten" Schiffs: am Heck gibt es auf mehreren Decks schön viel Platz zum "aufs Wasser schauen" - bei moderneren Schiffen sind hier meist Balkonkabinen, so dass man oft nur auf dem obersten Deck die Aussicht genießen kann; auf der AIDAvita kann man zudem auch gut nach vorne schauen, da auch das kleine Oberdeck 12, das eigentlich ein FKK-Bereich ist, ob der kühlen Temperaturen zum "Aussichtsdeck" umfunktioniert wurde, aber auch an Deck 11 hat man eine gute Rundumsicht.

Auch mit meiner Kabine (6224) war ich sehr zufrieden, durch die Lage im vorderen Bereich des Schiffes war es extrem ruhig in der Kabine - bis auf die 3 Seetage bei der Überfahrt nach Kanada, bei denen das Schiff mal etwas mehr schwankte, kam ich mir vor wie in einem sehr leisen Hotelzimmer, denn auch die Klimaanlage war eigentlich nicht zu hören; lediglich der Abzug im Bad zischte etwas, aber da störte es eigentlich nicht.



Was bleibt sonst noch zu sagen? Durchweg freundliche Mitarbeiter, durch die (relativ) kleine Schiffsgröße angenehm kurze Wege von Kabine zu Theater, Restaurant und an Deck, eine hübsche Lasershow sowie eine wirklich große Auswahl und Vielfalt bei den Speisen, die ich zudem meist richtig lecker fand, kostenlose Wasserspender auf den Kabinenfluren, zudem Wasser, Softdrinks, Wein und Bier während der Mahlzeiten sowie (anders als bei MSC/Costa) sogar Eis zum Nachtisch - da macht "AIDA" seinem Namen alle Ehre: "Anschließend Ist Diät Angesagt" :-)

Ach ja, das Wetter: bei nahezu allen Landgängen hatten wir für die jeweilige Region sicherlich überdurchschnittliches gutes Wetter mit viel Sonnenschein und angenehmen Temperaturen selbst in Schottland und auf Island, und auch wenn es in Kanada und während der Seetage öfters mal bedeckt und etwas regnerisch war, war es bei wirklich allen An- und Ablegemanövern trocken - da hatte ich wohl (mal wieder) ausgesprochenes Glück, was das Fazit zu meiner ersten AIDA-Reise natürlich umso positiver macht!

Für weitere Bilder aus Montreal siehe: AV19 - Mont Royal (Montreal)

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Für Neueinsteiger auf meinen Seiten gibt es hier (klicken!) einen Überblick darüber, was es hier sonst noch alles zu sehen gibt - viel Spaß beim virtuellen Verreisen!

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