Mittwoch, 28. Februar 2018

MA15 - Rückreise & Fazit



Nach 14 Tagen in Marokko ging es heute (leider) wieder zurück ins kalte Deutschland - mit einem kurzen letzten Sightseeing-Halt am Morgen auf dem Weg zum Flughafen am Menara-Garten (der doch schon um 8 Uhr öffnet und nicht erst um 9, wie es im Reiseführer steht).








Menara-Garten


Blick zur Koutoubia-Moschee (siehe MA01)

Am Flughafen war's dann für 30 min etwas hektisch, weil sich zunächst niemand finden ließ, der meinen Mietwagen in Empfang nehmen wollte, dann war am Eingang zum Gebäude selber schon eine erste Sicherheitskontrolle, die nicht gerade zügig verlief. Drinnen durfte ich dann erst nicht zu den Gates durch, weil auf meinem (ausgedruckten) Boardingpass "kein Stempel" war, also musste ich dafür (obwohl ja nur mit Handgepäck unterwegs) quer durch den gesamten Flughafen zurück zum Check-in-Schalter, der allerdings inzwischen schon geschlossen hatte ... trotzdem bekam ich zum Glück noch den ersehnten Stempel, und nach einer halben Ewigkeit an der Passkontrolle war ich dann endlich um 10 Uhr am Gate (bei geplantem Abflug um 10:20 Uhr, was eigentlich ein Boarding-Ende um 9:50 Uhr bedeutet) - um dort festzustellen, dass der Flieger noch gar nicht gelandet war (was natürlich auf keiner Anzeigentafel so stand).


Der Flieger ist noch gar nicht da - aber die Schlange steht schon brav

Um kurz vor 11 Uhr ging es dann in den Flieger, und Dank irgendeines technischen Problems (erst) um 11:50 Uhr auch endlich in die Luft.








Abflug in Marrakesch

Schon kurz nach dem Abflug wurde es bewölkt, erst über Nordfrankreich lösten sich die Wolken auf und es gab wieder etwas zu sehen.


Lille


Rotterdam


Amsterdam


Naarden



Borkum (siehe BOR01)



Norderney (siehe u.a. hier)


Jadebusen


Bremerhaven



Cuxhaven


Aspe


Harsfeld




Jork


Elbe



Blankenese (siehe u.a. hier)


Friedhof Altona


Flughafen Hamburg

Dank Rückenwind haben wir einen Teil der Verspätung wieder aufgeholt, Landung in Hamburg um 16:20 Uhr Ortszeit (statt 15:40 Uhr, nach 3:30 h Flugzeit ab Marrakesch).


Home sweet home (Blick vom Balkon bei -10 Grad, 01.03.18)

Fazit: ein sehr schöner spontaner Urlaub durch überraschend vielseitige Landschaften!

Wie im Intro geschrieben bietet Marokko tatsächlich einen bunten Mix aus quirligen orientalischen Märkten, maurischen Palästen und Festungen, spektakulären Gebirgslandschaften, Palmenoasen neben scheinbar endlosen Wüsten sowie schneebedeckte Berge unweit kilometerlanger Sandstrände am Atlantik - und vieles mehr!

Die Menschen begegnen einem durchweg freundlich, viele können sogar etwas Deutsch - allerdings wollen einem viele irgendwas verkaufen, einem unbedingt zum Hotel des Cousins bringen oder für jede noch so kleine Hilfe (wie etwa eine Auskunft nach dem richtigen Weg) eine Gegenleistung haben ... das ist auf Dauer etwas nervig und macht es mitunter schwer, zwischen "echter" Hilfsbereitschaft und Hilfe-für-Gegenleistung zu unterscheiden.

Apropos Gegenleistung: in Städten muss man nahezu überall einem "Parkplatzwächter" 5-10 Dirham (0.45-0.90 €) zahlen, je nachdem, wie lange man parkt; über Nacht auch mal 20 Dh/1.80 €, meist vorab, wobei anfangs gerne auch 50 Dh verlangt werden, bis sie merken, dass man die ortsüblichen Preise kennt. Ob dann tatsächlich jemand die ganze Zeit auf das Auto aufpasst, sei mal dahingestellt ...



Was ich als positiv empfand: Esel (und Pferd) werden hier von den Einheimischen meist nicht zur Belustigung der Touristen geführt, sondern tatsächlich im Alltag für den Transport ihrer Waren (oder sich selber) genutzt.

Da ich ja diesmal keine vorreservierten Unterkünfte hatte, musste ich mir jeden Abend aufs Neue eine Unterkunft suchen - das klingt auf den ersten Blick vielleicht etwas stressig, habe ich aber vor Ort keineswegs so empfunden, zumal es einem die Flexibilität gelassen hat, erst am Abend entscheiden zu können, wo genau man nächtigt, und da der Februar noch absolute Vorsaison ist, war es kein Problem, auch abends noch ein freies Zimmer zu finden (lediglich in Fès und Tanger wurde ich erst jeweils in der zweiten Unterkunft fündig).

Mit dem Wetter habe ich (wie üblich) einen guten Griff gemacht: tagsüber waren es, wie erhofft, meist angenehme 20-22 Grad, lediglich nachts ging es (vor allem in den Bergen) schnell auf unter 10 Grad zurück, so dass es in den (unbeheizten) Zimmern meiner Unterkünfte häufig relativ frisch, unter (mindestens) 2 dicken Decken aber gut auszuhalten war. Schade, dass ausgerechnet bei zwei der schönsten Kasbahs (Ait-Benhaddou und Amerhidil ) das Wetter etwas bedeckt war, aber letztlich hatte ich ja 2 Wochen lang fast durchgehend Sonnenschein, da kann ich mich kaum beschweren, zumal sich die "8 Regentage im Februar" wahrlich gut versteckt haben!


Meine Route durch Marokko

Insgesamt habe ich sehr viele schöne Eindrücke (hier) sammeln können – und vor Ort gab es noch viel mehr davon (die sich aber nicht immer "festhalten" ließen, weil ich z.B. gerade im Auto fuhr oder die Einheimischen sich auch häufig nicht gerne fotografieren lassen), sei es z.B. ein kleiner Junge, der auf einem Eselskarren die Straße entlang fuhr, ein Auto mit heimischem MTK-Kennzeichen, das mir entgegen kam, zahlreiche farbenfroh gekleidete Frauen und Kinder, die einem bei der Vorbeifahrt vom Wegesrand aus zuwinkten ...

Die Reise in Zahlen:
Mit dem Fiat 500 von Hertz (gebucht über CarDelMar.com für 233 € ohne SB) bin ich insgesamt 3550 km gefahren, das klingt erst mal viel, ohne An- und Abreisetage gerechnet macht das im Schnitt jedoch "nur" etwa 270 km pro Tag, und das durch zumeiste grandiose Landschaften! Verbraucht hat der Flitzer dabei 4.7 l/100 km bei einem durchschnittlichen Benzinpreis von umgerechnet 0.99 €.

Zu den 139 € für die Flüge kamen 233 € für den Mietwagen, 170 € für Benzin, knapp 6 € Autobahngebühren, 23 € fürs Parken, 210 € für alle 14 Unterkünfte (also im Schnitt 15 €/Nacht, 3 davon mit Frühstück), 21 € Eintrittsgelder sowie 37 € für Essen (1 l Softdrink kostet 6 Dh/0.55 €, ein Baguette oder Fladenbrot im Kiosk 1.25 Dh/0.12 €, Shawarma am Imbiss 20 Dh/1.80 €), macht zusammen gerade mal 839 € für 2 Wochen schönen Urlaub in der Sonne!

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Für Neueinsteiger auf meinen Seiten gibt es hier einen Überblick darüber, was es hier sonst noch alles zu sehen gibt - viel Spaß beim virtuellen Verreisen!

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Dienstag, 27. Februar 2018

MA14 - Tafraoute & Taroudannt



Heute im Programm: Berg- und Talfahrten entlang imposanter Berge!

Von Tafraoute (auf 1000 m Höhe) aus ging es zunächst durch das Antiatlas-Gebirge "runter" bis nach Taroudannt (250 m) und dann weiter über das Atlas-Gebirge (2092 m am Tizi-n-Test-Pass) bis nach Marrakesch (450 m) – entlang einer tollen und relativ einsamen Bergkulisse, denn in den Antiatlas verirren sich nur recht wenige Touristen, und die Pass-Straße nach Marrakesch ist in einem ziemlich maroden Zustand, an vielen Stellen eigentlich nur einspurig und teilweise eine Schotterpiste voller Schlaglöcher, so dass hier wirklich nur diejenigen entlang fahren, die Zeit haben und kurvige Bergstraßen lieben (entsprechend kam mir auch nur etwa alle 10 min mal jemand entgegen), denn für die Strecke von Marrakesch nach Taroudannt (bzw. Agadir) kann man auch eine Autobahn nehmen, auf der man statt 5 nur 3 Stunden braucht.

Gleich am Morgen gab es südlich von Tafraoute schon das erste Highlight des Tages: die Painted Rocks, die 1984 von einem belgischen Künstler bemalt wurden - und inzwischen teilweise schon ganz schön verblasst sind bzw. auch wieder neu angemalt wurden ...

















Painted Rocks (Les Rochers Peints), Tafraoute

Aufgrund der langen Strecke, die heute vor mir lag, war ich übrigens schon seit 7:45 Uhr unterwegs - laut meiner Anzeige im Auto waren es da gerade mal 3 Grad draußen (daher auch die roten Bäckchen ganz oben im Bild). Im Verlauf des Vormittags wurde es dann aber schnell wärmer, in Taroudannt waren es mittags etwa 20 Grad.


Panoramablick auf die Painted Rocks

Südlich von Tafraoute liegt auch der Chapeau de Napoleon, eine markante Felsformation in Form von Napoleons Hut – wenn man danach googelt, kommt stets dieser Felsen als Ergebnis:



Aber: seht ihr einen Hut!? Ich nicht.

Schräg gegenüber habe ich jedoch einen anderen Felsen gefunden:





Der sieht doch ziemlich aus wie das hier, oder?



Seltsam, dass scheinbar der Rest der Welt den anderen Felsen für den "richtigen" hält ...

Gegen 9 Uhr ging es dann los auf den Weg nach Norden, vorbei an einsam gelegenen Bergdörfern in einer insgesamt recht kargen, aber irgendwie auch wunderschönen Landschaft.

































Von Tafraoute nach Taroudannt

Taroudannt gilt auch als "Klein-Marrakesch", letztlich gibt es aber laut meinem Reiseführer "nichts, was man unbedingt gesehen haben muss". Da ich noch eine ziemlich weite Strecke heute vor mir hatte, habe ich mich daher auf das "Highlight" beschränkt, die Stadtmauer rund um das Bab el-Kasbah (auch Bab Essalsla genannt), die man dort auch besteigen kann.










Bab el-Kasbah (Bab Essalsla), Taroudannt































Straße R203 über den Tizi-n-Test-Pass (2092 m)















Grabmoschee des Ibn Tumart in Tin-Mal






Am Abend wollte ich mir dann in Marrakesch noch fix den Menara-Garten ansehen, allerdings ist um 17 Uhr letzter Einlass (und ich war erst um 17:45 Uhr dort), also gibt es den dann eben "beim nächsten Mal" zu sehen ... (oder spontan am nächsten Morgen!)


Blick zum Pavillon des Menara-Garten

Beim Abstellen meines Autos in der Nähe des Bab Doukkala wollte der Parkplatzwächter dann zunächst 50 Dirham (4.50 €) für die Nacht haben und war sehr beharrlich, das sei "der übliche Preis" - möglicherweise für Touristen, aber ich war ja vor 2 Wochen schon an gleicher Stelle und kam damals mit 20 Dirham durch. Als ich ihn dann vor die Wahl gestellt habe, die 20 zu nehmen, oder ich suche mir einen anderen Platz, ging es dann auch mit 20. :-)

Übernachtet habe ich wieder im Riad al Mida, wo ich ja auch schon am ersten Tag meiner Reise war (für 20 €/Nacht).


Riad al Mida, Marrakesch (Infos siehe am Ende von MA00)

Gefahren heute: 420 km.

Weiter mit: MA15 - Rückreise & Fazit

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