Samstag, 25. Dezember 2010

GC15 - Rückreise & Fazit



Eigentlich hätte der Rückreisetag (24.12.) schön unspektakulär werden können – morgens lange ausschlafen, frühstücken, packen, noch ein wenig am Strand von San Augustin bummeln, dann zum Flughafen (gefahren heute: 38 km), Mietwagen abgeben, einchecken, abfliegen, und am späten (heilig) Abend dann in Frankfurt bei meinen Eltern landen.



San Augustin



Beim Einchecken am Flughafen gab es allerdings die Info, dass der Flieger leider nicht wie geplant um 16:45 Uhr abfliegen wird, sondern vermutlich erst um 22:30 Uhr, die Ankunft in Frankfurt verschiebt sich von 22:25 Uhr auf unchristliches 4:10 Uhr – dabei hatte ich doch beim morgendlichen eMail-Checken gesehen, dass der Flieger aus Frankfurt nach Las Palmas pünktlich abgeflogen ist, der Flugverkehr in Frankfurt also reibungslos zu funktionieren scheint – und nun das, warum bloß?
Die Erklärung vom Condor-Schalter ist einfach, bleibt mir jedoch vermutlich bis auf Ewigkeiten unverständlich: die Maschine aus Frankfurt fliegt zurück nach Düsseldorf, wir aber nehmen den Flieger, der aus Düsseldorf kommt, und dort herrscht leider Schneechaos, so dass der Flieger erst verspätet in Gran Canaria eintreffen wird! Die Crew aus Frankfurt ist also am Abend in Düsseldorf, und umgekehrt, und das an Heilig Abend – macht das irgendeinen Sinn? Nein.


Geplantes Boarding: 21 Uhr

Zur Überbrückung der Wartezeit gab es immerhin einen Verzehrgutschein im Wert von 12 €, um sich in den nächsten Stunden bei Laune zu halten – was auch dringend nötig war, schließlich gibt es auf dem Aeropuerto de Gran Canaria kein öffentliches WLAN und auch sonst kein Internet oder andere brauchbare Bespaßungsmöglichkeiten, abgesehen von einem Tipp24.de-Schalter, wo man kostenlos einen Lottotipp für die nächste Ziehung abgeben kann (in der Hoffnung, dass man weiter Kunde von Tipp24 bleibt), und einem 4-seitigen Umfragebogen des spanischen Fremdenverkehrsbüros zu seinem Aufenthalt.
Tipp abgegeben, Umfrage mitgemacht, aus der Spaß.

Gegen 20 Uhr tauchte unter den Wartenden das Gerücht auf, die Maschine aus Düsseldorf sei noch gar nicht gestartet (jemand hatte wohl per Handy mit Deutschland telefoniert), also gebe es sicher auch keinen Rückflug für uns. Am Info-Schalter im Wartebereich gähnende Leere, der Condor-Schalter ist draußen in der Halle, gerade erst habe ich meinen Getränkegutschein eingelöst, wenn ich jetzt aus dem Sicherheitsbereich noch mal zurück in die Halle gehe, darf ich bei der Rückkehr in den Abflugbereich mein Getränk natürlich nicht wieder mit rein nehmen, und nun? Nein, meinen Rucksack dürfe ich natürlich nicht bei den Sicherheitskontrolleuren für 5 Minuten abstellen. Meine Cola-Flasche? Na gut, die schon. Wer hätte das gedacht? :-)
Also raus zum Schalter und fix nachgefragt: doch, die Maschine aus Düsseldorf sei gerade gestartet, Ankunft sei für 0:25 Uhr geplant, kurz nach 01 Uhr gehe es dann also endlich nach Frankfurt, Ankunft dort: 6:45 Uhr. Definitiv. Prima.


Deutsche Sprache, schweres Sprache! (Bei der Ankunftszeit haben sie zudem noch die Zeitverschiebung von 1 h vergessen zu berücksichtigen ...)

3 Stunden und einen weiteren Verzehrgutschein später dann die (erneute) Durchsage: alle Passagiere des Condor-Fluges nach Frankfurt sollen bitte zum Info-Schalter kommen – gibt es etwa noch einen dritten Gutschein? Natürlich ist am Info-Schalter niemand, jedoch steht auf der Anzeigentafel plötzlich nicht mehr 01 Uhr als Boarding-Zeit, sondern 11:30 Uhr - oha!



20 min später (inzwischen war es 23:45 Uhr) kommt jemand: der Flieger aus Düsseldorf lande zwar gleich, die Crew habe aber durchgegeben, sie müsse erst eine Pause machen, wir werden jetzt in ein Hotel gebracht und um 11 Uhr wieder abgeholt, Ende der Ansage.


Zurück in der Halle, warten auf den Bus (0:15 Uhr)

Mit 2 Bussen ging es dann die 30 min nach Las Palmas, und da wir zum Glück nur 94 Passagiere waren (statt der 265 möglichen, die in die Boeing 757-300 reingepasst hätten), ging auch das Einchecken im Meliá Las Palmas (immerhin 5 Sterne!) relativ zügig. Kurz noch eine Mail nach Hause geschrieben, und kurz nach 02 Uhr lag ich dann im Bett.


Meliá Las Palmas

Das war also mein Heilig Abend. Wie gut, dass ich mir aus Weihnachten ohnehin nicht viel mache!
Natürlich haben wir unsere eingecheckten Koffer nicht wieder bekommen, aber bei 5 Sternen gehören zum Glück Zahnbürste & -creme zur Grundausstattung im Zimmer.

Am nächsten Morgen dann ging alles fast ganz reibungslos, Frühstück, noch mal kurz zum Strand raus, Abholung im Hotel und zurück zum Flughafen, Abflug um 12:45 Uhr (statt 11:30 Uhr).


Blick von der Frühstücksterrasse




Kurzer Spaziergang an der Playa de las Canteras (siehe GC05)

Hätten wir nicht 20 min stehend im übervollen und für eine Sauna wohltemperierten Bus zum Flieger warten müssen, bis dieser endlich gereinigt und freigegeben wurde (er stand ja auch erst seit fast 12 Stunden dort), wäre die Rückreise fast entspannt gewesen.




Immerhin war der Flieger ja nur zu gut 1/3 voll, so dass dann dort viel Platz war – ich hatte eine komplette 6er-Reihe für mich alleine, direkt vor und hinter mir niemand, ach wenn es mal immer so wäre ...
Um 18:13 Uhr dann Landung in Frankfurt – knapp 20 Stunden später als geplant, das hatte ich auch noch nicht!



Als wir dann unsere Parkposition am Gate erreicht hatten, passierte erst mal: nichts! Keine Gangway kam rangefahren, keiner fing draußen an, unser Gepäck auszuladen ... nichts. Nach ca. 3 min kam dann vom Kapitän die Durchsage: "Äh ... wir wurden hier offensichtlich nicht erwartet, mal sehen, ob sich noch wer um uns kümmert ..." Irgendwann ging dann zur Überraschung aller (vor allem der Flugbegleiterinnen!) die hintere Tür auf, und wir mussten tatsächlich über eine Treppe erst mal runter in den Schnee und dann in einen Bus, der uns schließlich zum Terminal gefahren hat.



Für einen letzten großen Lacher sorgte dann noch die automatische Ansage im Bus: "Willkommen in Frankfurt ... falls Sie einen Anschlussflug haben, gehen Sie bitte direkt zu Ihrem Gate!" – na klar, die haben bestimmt alle auf uns gewartet, 20 Stunden lang, und die Geschenke bringt der Weihnachtsmann! Bandansagen sind auch nicht immer das Gelbe vom Ei – in diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

Hier noch ein paar Bilder vom Rückflug:














Fazit:
Trotz der etwas chaotischen Rückreise war die (recht kurfristige) Entscheidung, nach Gran Canaria zu fliegen, definitv eine gute Wahl und genau das, was ich gesucht hatte: eine relativ günstige und unkomplizierte Alternative zu den sibirischen Verhältnissen in Deutschland in diesem Dezember! Wie eigentlich immer hatte ich auch in diesem Urlaub ziemliches Glück mit dem Wetter, und neben tollen kurvenreichen Straßen bietet die Insel auch zum Wandern gute Möglichkeiten.
Wer mobil unterwegs ist (ob per Auto oder auch (Motor-)Rad), sollte eine halbwegs gute Straßenkarte dabei haben, mir hat die aus dem Baedeker Gran Canaria (10. Auflage) wirklich sehr gute Dienste geleistet; für die Wanderungen und weitere Infos hatte ich zudem den Reiseführer vom Michael Müller Verlag (5. Auflage) dabei.

16 Tage Gran Canaria in Zahlen:
Für 14 Übernachtungen im Schnitt 29 € gezahlt (plus die zusätzliche Nacht in Las Palmas auf Kosten von Condor), in 15 Tagen 1280 km gefahren (d.h. ca. 106 km pro Tag, an Tag 5, 10 & 14 bin ich ja zusammen keine 10 km gefahren), mein Citroën C4 (gebucht über goldcar.es für 16 €/Tag) hat dabei laut der Anzeige im Auto 7.2 Liter pro 100 km verbraucht, bei einem Benzinpreis von 0.92 € pro Liter (bzw. zwangsweisen 1.42 € für die erste Tankfüllung via Goldcar).

Zu den 187 € für die Flüge, 409 € für Hotels und 238 € für den Mietwagen kamen noch 117 € für Benzin und 92 € für Verpflegung und Sonstiges hinzu, macht zusammen 1043 € für 16 Tage Urlaub (also etwa 65 €/Tag).

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Für Neueinsteiger auf meinen Seiten gibt es hier einen Überblick darüber, was es hier sonst noch alles zu sehen gibt - viel Spaß beim virtuellen Verreisen!

Ein Klick auf die Bilder öffnet sie übrigens in groß!

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