Mittwoch, 11. April 2018

KT25 - Genua & Fazit



Nach 25 Tagen auf der MSC Opera ging sie heute leider zu Ende, unsere Kreuzfahrt von der Karibik über den Atlantik bis nach Genua - passend dazu "weinte" auch der Himmel heute fast den ganzen Tag über, schon in der Nacht hatte es viel geregnet - pünktlich zum Einlaufen in den Hafen hörte es allerdings mal auf, prima; Sightseeing war für heute ohnehin nicht geplant, da störten also auch Regen und maue 12 Grad nicht.



Bis 1 Uhr heute Nacht mussten die Koffer fertig gepackt im Flur stehen (um vom Personal abgeholt und heute Vormittag an Land gebracht zu werden), spätestens um 9 Uhr mussten wir unsere Kabine verlassen, bevor es dann - gestärkt von einem ausgiebigen Frühstück - um 11 Uhr ein letztes Mal von Bord ging (um per Bus nach Mailand zu fahren und am Abend von dort zurück nach Hamburg zu fliegen).






Einfahrt in den Hafen von Genua

Genua hat ein riesiges Hafenbecken mit einem guten Dutzend Anleger für große Schiffe - insb. mit Comicfiguren großflächig bemalte Fähren nach Korsika und Sardinien.


Moby Corse



Moby Drea


Athara



Sharden






Ankunft in Genua


Bye Bye Lieblingsanimateurin (Molly Sole)

... bei der ich (natürlich) keinerlei Aktivitäten mitgemacht habe, aber ich habe ihr immer sehr gerne zugesehen, weil sie mit ausgesprochen viel Lebensfreude und Spaß am Job tätig war - so wie übrigens auch der Rest des Animationsteams durchweg sympathisch und sehr engagiert war.




Per Bus ging es dann direkt vom Hafenterminal in 2½ h zum Flughafen Mailand-Malpensa (vorab direkt über MSC gebucht, 31 €) und am Abend schließlich mit Eurowings in 1:20 h nach Hamburg (selbst gebucht, 95 €).


Im Bus nach Mailand


Flughafen Mailand-Malpensa



Abflug in Mailand (21 Uhr)


Ankunft am Flughafen Hamburg (22:20 Uhr)

Fazit: schön war's!

Da dies bereits meine 3. Kreuzfahrt mit MSC war, wusste ich ja inzwischen schon, was mich erwartet, was sicherlich mit dazu beigetragen hat, dass ich die Reise insgesamt als ziemlich entspannt und erholsam erlebt habe, trotz des vielen Rummels an Bord (mit einer Mischung aus Schlagerparty, Kaffeefahrt, Ballermann, klamaukiger Animation, Opernball und Kostümfest) - was alles absolut nicht "meins" ist, wobei man alledem zum Glück auch gut aus dem Weg gehen kann.

Neu dagegen war die komplette Woche nur auf See während der Atlantiküberquerung, aber auch diese ging erstaunlich schnell vorüber - und hätte gerne auch noch länger gehen können, denn mir war eigentlich zu keinem Zeitpunkt langweilig, und das, obwohl ich ja die ganzen Bespaßungsaktivitäten des Animationsteams nicht aktiv genutzt habe. Aber mit Schlafen, Essen, aufs-Meer-Sehen, Essen, Bloggen, Whirlpool, aufs-Meer-Sehen, Essen, Sonnenuntergang, Abendshow und Essen war ich doch fast immer irgendwie "beschäftigt", zumal ich auch durchaus lange einfach nur anderen Passagiere dabei zusehen kann, wie sie bei mal albernen, mal unterhaltsamen und kurzweiligen (Geschicklichkeits-)Spielen mitmachen: trifft nun endlich mal jemand beim Ringewerfen, oder nicht?
Manchmal habe ich mich wie auf einem fremden Planeten gefühlt: vieles ist befremdlich und faszinierend zugleich – und schon alleine das (unbeteiligte) Betrachten des fremdartigen Treibens kann einen fesseln!

Höhepunkt der Albernheiten war wohl die Neptun-Taufe auf dem Atlantik, abgesehen von den "Motto-Partys", zu der sich die Gäste etwa jeden 2. Abend zu einem vorgegebenem Thema (ganz in weiß, 60/70/80er, Fasching, Jeans, Horror) gekleidet haben. Im Flur habe ich mal zufällig gehört, wie eine Passagierin zu ihrer Begleitung - in einem leicht seufzenden Ton - sagte: "Ach, heute abend müssen wir uns ja schon wieder verkleiden ..." - nein, muss man zum Glück nicht, man kann durchaus auch ganz normal angezogen an den jeweiligen Abenden durchs Schiff gehen.



Zum Schiff:
Die schon fast 15 Jahre alte MSC Opera ist mit 1077 Kabinen ein eher kleines Schiff, das mit 1836 Passagieren während der Transatlantikfahrt zum Glück nicht voll ausgelastet war (anders als in der ersten Woche, als noch etwa 300 Personen mehr an Bord waren; Infos zur Zusammensetzung der Passagiere siehe bei KT09/10).
Das "Alter" hat man dem Schiff übrigens kaum angemerkt, außer dass es neben den "klassischen Einrichtungen" eines Kreuzfahrtschiffes (diverse Bars/Lounges und Restaurants, Theater, Kasino, Fitnessraum, Spa und Shops) keine großen Besonderheiten hat - die ich jedoch auch nicht vermisst habe. Neuere (größere) Schiffe gleichen inzwischen ja eigentlich mehr einem schwimmenden Vergnügungspark als "nur" einem Hotel auf dem Wasser.

Mir zumindest hat der angebotene Trubel auf dem Schiff schon völlig ausgereicht, und erfreulicherweise konnte man auch fast zu jeder Zeit einen relativ ruhigen Ort an Bord finden (tagsüber etwa die Bars auf Deck 6 oder die Disco auf Deck 12 mit einem schönen Blick nach draußen, wenn hier nicht gerade einer der zahlreichen Tanzkurse stattfand), mal ganz abgesehen natürlich von der eigenen Kabine.



Die im Vergleich zur gleichgroßen MSC Armonia etwas "windschnittiger" gebaute Bug- und Heckpartie bieten auf den meisten Decks nicht den gleichen 270° Rundumblick, um etwa das An- oder Ablegen zu beobachten, Dank unserer Balkonkabine war dies aber für mich diesmal weniger relevant.

Das Essen war von der Auswahl abwechslungsreich, geschmacklich zwar manchmal etwas neutral, aber ich selbst hätte es nicht besser hinbekommen! :-) Und bei 4 verschiedenen Pizzen fast rund um die Uhr sowie zahlreiche leckeren Desserts war alles andere eigentlich ohnehin "Bonus", sprich: ich bin jeden Tag satt geworden.
Der Plan, von Anfang an bei den Mahlzeiten einen Bogen um die Nachtische zu machen, ging leider nicht ganz auf, aber ich habe es zumindest (meistens) geschafft, immer nur einen zu essen, sonst wäre meine tägliche Kalorienbilanz sicher (noch) verheerender ausgefallen als ohnehin schon, auch wenn ich fast alle Wege auf dem Schiff immer zu Fuß zurückgelegt und die Aufzüge gemieden habe.



Zur Kabine:
Dass wir ausgerechnet bei einer 25-tägigen Kreuzfahrt das Glück hatten, zum Preis einer Innenkabine (bzw. bei unserem Last-Minute-Schnäppchenpreis ja eher: Besenkammer) ein Upgrade auf eine Balkonkabine zu bekommen ... wer auch immer dafür verantwortlich war: vielen Dank! Auch wenn wir den Balkon selbst gar nicht soo oft genutzt haben, lag er doch backbords und dadurch meistens im Schatten (so dass es hier auch bei 25 Grad Außentemperatur durch den (Fahrt-)Wind oft zu frisch war, um hier stundenlang zu sitzen), aber natürlich waren wir trotzdem täglich mehrmals (kurz) drauf, und schon alleine das Tageslicht in der Kabine war toll, ebenso wie die Möglichkeit, mal mit frischer Luft schnell durchzulüften. Trotzdem werde ich bei einer weiteren Kreuzfahrt vermutlich nicht den (hohen) Aufpreis im Vergleich zu einer Innenkabine zahlen, denn 600-1000 € mehr wären mir Luft und Licht dann doch nicht wert.
Durch die Lage der Kabine (Deck 9, relativ weit im Heck) war der Weg zum Buffet-Restaurant (Deck 11) nicht weit, trotzdem war es in der Kabine relativ ruhig, prima.



Anders als bei meinen anderen beiden MSC-Kreuzfahrten hatten wir diesmal in der Kabine leider keinen Internetempfang (um mal fix morgens oder abends nach eMails oder dem Wetter etc. zu schauen), in den öffentlichen Bereichen hat das WLAN aber zuverlässig funktioniert, selbst mitten im Atlantik. Positiv: mein vorab gebuchtes "Standardpaket" (50 € für die gesamte Kreuzfahrt), das eigentlich nur 1200 MB beinhalten sollte, hatte an Bord dann überraschenderweise 5000 MB (die ich trotz des Hochladens der vielen Bilder gar nicht aufgebraucht habe).

Das Wagnis, über das Internet einen Kabinenteiler zu finden, kann man als geglückt bezeichnen, denn durch viele Gemeinsamkeiten hat es erstaunlich gut gepasst, auch deshalb, weil wir beide gewohnt sind, individuell bzw. eigenständig zu verreisen, so dass wir sowohl an Bord als auch an Land meist unabhängig voneinander unterwegs waren.



Zu meinem positiven Fazit beigetragen hat sicherlich auch das Wetter – bis auf den Abreisetag hat es so gut wie nie geregnet, bei den Landgängen war es meist sehr sonnig und angenehm warm, ebenso auch während der insgesamt 11 Seetage - und selbst mitten im Atlantik hatten wir kaum Wellengang und Strahlewetter, oft hätte man meinen können, wir schippern gerade über die Ostsee – das ist sicherlich nicht immer so!
Üblicherweise verreise ich ja zwischen Mitte März und Oktober nur sehr selten ins Ausland (da es in diesem Zeitraum ja auch bei uns eigentlich relativ schön/warm ist), aber gerade in diesem Jahr war es eine gute Wahl, kam doch mit dem Abflugtag (18.03.) in Deutschland noch mal der Winter mit Schnee und Minusgraden zurück.

Ebenfalls positiv: anders als bei den beiden bisherigen Karibik-Kreuzfahrten war ich zu keiner Zeit erkältet, obwohl gegen Ende der Reise (wieder) eine Vielzahl Mitreisender am Husten war.



Abschließend wie üblich ein Überblick über die Kosten:
1085 € Grundpreis (aufgeteilt in 475 € für die eigentliche Kreuzfahrt und 610 € für den Hinflug nach Kuba inkl. Zug-zum-Flug-Ticket, gebucht Mitte Februar bei Go7Seas-Kreuzfahrten.de), 40 € für zwei "Einreisekarten"/Visas nach Kuba (25 € für die erste, 15 € für die zweite), 31 € Bustransfer von Genua zum Flughafen Mailand, 95 € Rückflug, 27 € "Wasserpaket" an Bord (14 Liter-Flaschen Mineralwasser), 50 € Internet, 50 € Trinkgelder, 53 € für Ausgaben an Land sowie 2 € Unicef-Spende machen (abzüglich 14 € Gewinn im Schiffskasino) zusammen gerade mal 1419 € für eine 25-tägige Karibik- bzw. Transatlantik-Kreuzfahrt, also etwa 59 € pro Nacht (inkl. Vollpension und Rundumbespaßung) – in einer Balkonkabine!

(Zum Vergleich: als Faustregel kann man etwa 100 € pro Reistag (exklusive individueller Zusatzkosten) für eine wirklich günstige Kreuzfahrt in einer Innenkabine ansetzen (erst Recht, wenn noch eine Fluganreise mit dabei ist – für eine 2-wöchige Reise in der Karibik inkl. An-/Abreise wären also 1400 € als Grundpreis schon sehr günstig), durchschnittlich teure Fahrten bewegen sich in einer Preisspanne von 150-200 €/Tag, je nach Reederei und Kabinenkategorie).

Weitere von mir empfundene (allgemeine) Vor- und insb. Nachteile von Kreuzfahrten habe ich bereits im Fazit zu meiner Reise im Dezember 2016 niedergeschrieben, siehe dort.



Fazit vom Fazit:
Dank Glück in vielerlei Hinsicht (Wetter, Kabinen-Upgrade, unkomplizierter Reisepartner, keine Vollauslastung des Schiffes) war meine (erste) Atlantikquerung wie erhofft sehr entspannt und angenehm und daher vermutlich nicht die letzte, auch wenn die zahlreichen Bordaktivitäten (von Aerobic über Bingo bis hin zu Tanzunterricht und Karaoke) für mich völlig unnötig sind und es ohne diese für mich noch wesentlich entspannter wäre, so dass ich weiterhin kein allzu großer Freund des Kreuzfahrens bin - aber ich bin bekanntermaßen ein großer Freund des Verreisens, und wenn ich für wenig Geld über 3 Wochen lang Sonnenschein mit Übernachtung und Vollpension bekommen kann, nehme ich auch in Kauf, dass es auf einem Kreuzfahrtschiff ist. :-)

Sollte ich also in Zukunft auf ähnlich günstige Angebote stoßen, werde ich möglicherweise noch öfters in See stechen ... vielleicht dann auch mal in die "andere Richtung", denn während einem diesmal ja bei der Atlantikpassage durch die allmähliche Zeitumstellung über mehrere Nächte hinweg jeweils eine Stunde "geklaut" wurde, sind bei Fahrten gen Westen einige Nächte ja entsprechend länger, was wesentlich besser zu meinem natürlichen Biorhythmus passt ...

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