Dienstag, 25. August 2026

Citroën Berlingo Shine XL



Seit Juli 2026 fahre ich einen gebrauchten Citroën Berlingo Shine XL (von 2020) – und da es inzwischen schon mehrere Nachfragen dazu gab, hier einige Infos und Bilder dazu.

Über 20 Jahre lang hatte ich einen VW Golf 3 (von 1994), zwar ohne jeden Komfort, aber letzt­lich für mich ausreichend, hat er mich zuverlässig von A nach B gebracht und ist auch alle 2 Jahre ohne große Probleme durch den TÜV gekommen.

Ein Brand in meiner Tiefgarage hier auf der Reeperbahn im September 2025 hat dann zu einem "Brandschaden" geführt, den die Versicherung (bzw. ein DEKRA-Gutachter) als Totalschaden gewertet hat, auch wenn das Auto nach einer oberflächlichen Reinigung noch voll funktions­fähig war. Mit dem Wissen, dass aber in allen Ritzen weiterhin Ruß vorhanden ist (und eine "professio­nelle Brandreinigung" den Wert des Autos, etwa 2000 €, überschritten hätte), habe ich mich schließ­lich schweren Herzens im Novem­ber 2025 – nach über 30 Jahren im Familienbesitz – von ihm getrennt.


Kurz nach dem Brand in der Tiefgarage ... (11.09.25)


... und eine Woche später (18.09.25)

Nach meiner "Reisesaison" (von Oktober bis April), in der ich viel verreise und auch während den Aufenthalten in Hamburg eigentlich kein Auto brauche (da ich dann wetterbedingt nahezu nie zum Golfplatz fahre), habe ich schließlich im Mai 2026 angefangen, nach einem Ersatz zu suchen.

Ende Mai habe ich eine Probefahrt mit einem Citroën Berlingo unternommen und ihn auch prinzipiell für gut befunden ...


Citroën Berlingo im Autoland Hamburg (27.05.26)

... allerdings war dies ein Modell mit Dieselmotor, und "ein Diesel will bewegt werden", lernte ich an diesem Tag, sprich: mit meinem Fahrverhalten (1-2 Mal pro Woche eine Kurzstrecke zum Golfplatz oder Getränkemarkt und nur 2-3 Mal im Jahr Fahrten nach Hessen oder ins Allgäu, was pro Jahr bislang nur etwa 6000 km Fahrleistung ergab) ist ein Diesel für mich keine gute Wahl (da dann der Partikelfilter nur selten die optimale Betriebstemperatur erreicht, was zu teuren Schäden führen kann).

Auf der Rückreise meines diesjährigen Urlaubs im Allgäu habe ich mir dann einen weiteren Citroën Berlingo im Autohaus Engel in Wunsiedel (im Fichtelgebirge im äußersten Nordosten von Bayern) angesehen, den ich nach einer Probefahrt ebenfalls für gut befunden und 2 Wochen später dort abgeholt habe.



Citroën Berlingo in Wunsiedel (29.06.26)

Der Citroën Berlingo 1.2 PureTech 130 Shine XL gehört mit Erstzulassung 12/2020 zur 3. Ge­ne­ra­tion (K9) der Berlingo-Hochdachkombis, die von 2018-2024 im spanischen Vigo gebaut wurden. Ich habe bewusst kein neueres Modell genommen, da mir die neue Front optisch weniger gut gefällt, außerdem ist der veränderte "eckige" Schalter für den Tempomat (den ich schon mal bei einem Mietwagen aus der Stellantis-Gruppe hatte) auf Dauer recht unbequem zu bedienen; zudem sind die (nervigen) Assistenzsysteme nach jedem Neustart wieder an (etwa das Piepsen bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung, während dies bei meinem Modell auch dauerhaft ausstellbar ist).

Der 1.2-Liter-3-Zylinder-Benzinmotor hat ein 8-Gang-Automatikgetriebe und liefert mit nur 1199 ccm³ Hubraum immerhin 96 kW/131 PS bei einem angegebenen Verbrauch von 5.6-6.7 l/100 km – aktuell liege ich bei etwa bei 6.6 l/100 km. Mein scheckheftgepflegter und optisch fast mangelfreier Berlingo in "Platin-grau metallic" hatte beim Kauf 64.300 km, für 21.200 € gab es ihn inkl. neuem TÜV, neuer Inspektion, neuen Brem­sen sowie auch nagelneuen Reifen.




Abholung im Autohaus Engel in Wunsiedel (15.07.26)

Die Ausstattungsvariante Shine ist bei Citroën die höchste und beinhaltet u.a. Rückfahrkamera, Ein­parkhilfe, Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung, Licht- und Regensensor, 16-Zoll-Leicht­metall­fel­gen sowie elektrisch anklapp­bare und beheizbare Außenspiegel. Zusätzlich hat meiner eine Klima­anlage, Sitzheizung, Navi, ein sehr praktisches Head-up-Display (so dass ich nie auf den analogen Tacho schaue), einen adaptiven Tempomaten (ACC), eine abnehmbare An­hän­ger­kupp­lung, LED-Scheinwerfer, stark getönte Heckscheiben und ein separat zu öffnendes Heck­fenster sowie elektrische Fensterheber in beiden Schiebetüren (was es in keinem VW Bus gibt).

Den Berlingo gibt es in 2 Längen: die M/L1-Variante ist 4.40 m lang, meine XL/L2-Version 4.75 m, was aber tatsächlich auch "nur" so lang wie ein aktueller Audi A4 ist; ein VW Caddy (in der Lang­version) oder auch VW Sharan ist 10 cm länger, ein VW Bus T6/T7 je nach Modell sogar 25-50 cm länger, 10 cm breiter und auch etwa 15 cm höher als der Berlingo mit 1.85 m Höhe und Breite. Trotzdem bietet er mit umgeklappten Rücksitzen eine Ladefläche mit 210 cm Länge (selbst wenn der Fahrersitz fast ganz hinten ist) sowie jeweils etwa 120 cm Breite und Höhe (bei nur etwa 1550 kg Leergewicht). Natürlich ist ein VW Bus geräumiger, dafür ist das Fahrgefühl trotz der angenehm er­höh­ten Sitzposition noch ziemlich "Auto-ähnlich", was ich beim "Probesitzen" in einem T6/T7 nicht hatte, wo mir die Rundumsicht deutlich eingeschränkter schien; zudem bin ich da beim Einsteigen stets mit dem Kopf am Türrahmen angestoßen, was mir beim Berlingo nicht passiert.


Fahrt von Wunsiedel nach Hamburg (15.07.26)

Um auch mal im Fahrzeug übernachten zu können, habe ich mir eine Bettkonstruktion gebastelt, die im zusammengelegten Zustand nur etwa die Hälfte des Koffer­raums einnimmt (so dass weiter­hin meine Golfsachen und auch eine Getränkekiste dort gut Platz finden); in wenigen Handgriffen ist diese aber zu einem Bett mit 190 cm Länge und 62-120 cm Breite erweiterbar.


Planung und Bau meines "Ausziehbettes"

Das Grundgestell hat zusammengeschoben die Maße 62 x 100 cm, die 90-cm-Erweiterung nach vorne passt platzsparend genau darüber; unter dem Bett ist Stauraum mit einer Höhe von 30 cm.


Das Bett zusammengelegt, mit 80 cm Breite (für eine Person) und mit voller 120-cm-Breite

Handelsübliche "Campingboxen" kosten etwa 1000 € und mehr, meine Materialkosten (für meh­re­re 34 x 34 x 2500 mm "Rahmenholz"-Latten sowie 18 x 60 x 2500 mm "Glattkantbretter" für die Liegefläche aus dem Baumarkt plus zahlreiche Winkeleisen und Schrauben) lagen bei knapp 100 €, die Matratze gab es für 41 €, fertig ist das "Wohnmobil", mit dem ich völlig legal und unauffällig auf jedem Parkplatz stehen kann, sollte ich mal spontan irgendwo zur "Wiederherstellung der Fahr­tüch­tig­keit" übernachten wollen.


Parkplatz direkt vorm Haus (da die Tiefgarage weiterhin unbenutzbar ist!)

Bei der Wahl des Autos war mich wichtig, dass man im Alltag alle 5 Sitze nutzen, aber trotzdem schnell eine große Liegefläche herstellen kann. Beim Berlingo lassen sich sehr einfach alle 3 Sitze der Rückbank einzeln nach vorne klappen; die vordere Fläche ist dann allerdings nicht komplett eben (sondern leicht ansteigend, was ebenfalls gegen nahezu alle im Handel erhältlichen Bett­konstruktionen spricht). Meine individuelle Anfertigung gleicht diesen Höhenunterschied gut aus (im Bild unten sieht es so aus, als würde die Liegefläche nach vorne hin minimal ansteigen, unter Belastung drücken sich die zusammengeklappten Sitze allerdings noch etwas weiter nach unten, so dass dann eine ebene Fläche entsteht).


Seitlicher Blick auf die vordere Liegefläche (02.08.26)

Ende August habe ich beim Treffen einer Freundin in Mölln eine erste "Probenacht" in meinem Berlingo verbracht, was bei nächtlichen 11 Grad zwar etwas frisch, davon abgesehen aber er­staun­lich bequem war – die Feuertaufe meiner Eigenkonstruktion ist damit bestens bestanden.




Bereit für die 1. Übernachtung (24.08.26)

Eigentlich ist im Berlingo nicht vorgesehen, dass man die komplette Heckklappe bzw. das Heck­fens­ter von innen öffnen kann; mit einem einfachen "Trick" (Befestigung einer Kordel an der je­weils versteckt liegenden Entriegelungsöse) lässt sich aber doch beides auch von innen öffnen.


Die "Entriegelungsöse", die es jeweils zu finden gilt

Auch für die Option, das Heckfenster im Sommer zur Belüftung einige cm zu öffnen, es aber trotzdem (über Nacht, zusammen mit den Türen) abschließen zu können, gibt es eine recht einfache Lösung aus dem Baumarkt.


"Abstandshalter" für das Heckfenster (Foto nicht von mir)


Packen/Rückbau am nächsten Morgen in Mölln (25.08.26)

Für einen mehrwöchigen "Campingurlaub" wäre das Platzangebot (trotz ausgesprochen vieler Ablagemöglichkeiten, vor allem bei den Vordersitzen) insgesamt wohl nur bedingt geeignet, sowas habe ich aber bislang auch nicht vor – auch wenn ich inzwischen eine kleine Campingtoilette "für den Notfall" sowie auch eine 1000-Wh-Powerstation zur Stromversorgung für einige Tage habe.

Mal sehen, wohin mich mein kleiner "Stealth Camper" demnächst noch so alles hinbringt – ich werde hier davon berichten.

*** Labels: Citroen

Für Neueinsteiger auf meinen Seiten gibt es hier einen Überblick darüber, was es hier sonst noch alles zu sehen gibt – viel Spaß beim virtuellen Verreisen!

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