
Hier die Dokumentation der Behandlung und Genesung meines Bruchs im rechten Handgelenk nach einem Sturz bei einem Start mit dem Gleitschirm im Allgäu (siehe Eintrag vom 29.06.25).
Beule nach dem Sturz (29.06.25)

Röntgenbild mit Bruch (schwarz) und mögliche Titanplatte (blau; 30.06.25)
Diagnose (Klinik Immenstadt im Allgäu): eine "gering dislozierte distale Radiusfraktur C1", sprich: ein wenig verschobener Bruch am Ende des daumenseitigen Knochens (Speiche/Radius) – was eine der häufigsten Verletzungen bei Menschen ist. Allein in Deutschland wurden 2012 knapp 84.000 Patienten wegen einer distalen Radiusfraktur behandelt, d.h. sie haben in einer OP eine Titanplatte zur Fixierung der Knochenfragmente eingesetzt bekommen (Osteosynthese), so dass diese wieder in der korrekten Stellung zusammenwachsen können. In den folgenden Tagen habe ich mich tatsächlich mit gleich 3 Bekannten unterhalten, die auch schon eine solche OP hatten!

Röntgenbild vom 30.06.25 im Original (Blick auf den Handrücken)

Erster Cast/Kunststoffgips (30.06.25)
Das nächste Röntgenbild 4 Tage später (Krankenhaus Bad Soden in Hessen) ergab eine "mehrfragmentäre distale Radiusextensionsfraktur mit Gelenkbeteiligung und leichter dorsaler [rückseitiger] Einstauchung, AO 2R3-C1", so dass eine OP empfohlen wurde, da sonst das Gelenk "schief zusammenwachsen" würde und dadurch wahrscheinlich dauerhaft eine eingeschränkte Beweglichkeit der Hand die Folge wäre.

Röntgenbilder vom 04.07.25

Markierung des Arztes, welcher Arm operiert werden soll (07.07.25)
Bei der OP (unter Vollnarkose) wurde eine "offene Reposition und winkelstabile, volare [auf der Innenseite der Hand liegend] Plattenosteosynthe des distalen Radius (Synthes 3/5-T-PLatte)" durchgeführt.

Kurz nach der OP (07.07.25)
Zum Erstaunen der Krankenschwestern (und auch mir) tat auch nach der OP die Hand nicht weh, so dass ich danach keinerlei Schmerzmittel einnehmen musste. Trotzdem blieb ich "zur Sicherheit" eine Nacht stationär im Krankenhaus Bad Soden.


Zimmer & Ausblick im Krankenhaus Bad Soden (Station B30; 07.07.25)

Röntgenbilder am Tag nach der OP (08.07.25)

Naht während eines Verbandwechsels am Tag nach der OP (08.07.25)

Neuer Cast/Verband (11.07.25)
Der neue Kunststoffgips (zur Ruhigstellung des Handgelenks) war zunächst derart lang, dass mir ein Beugen des Ellenbogens nur eingeschränkt möglich war. Mit Hilfe einer handelsüblichen Gartenschere ließ er sich zum Glück jedoch problemlos ein paar Zentimeter kürzen, so dass ich zumindest den Arm danach wieder voll bewegen konnte – mit Dank an meinen Vater fürs Abschneiden!
Am 12.07.25 ging es dann mit der Bahn zurück nach Hamburg, da ich leider (seit dem Sturz) im rechten Daumen keine Kraft hatte, um mit der Hand den 5. Gang in meinem Golf einzulegen. (Für die Fahrt von Hessen ins Allgäu hatte ich zum Glück den VW Tiguan meiner Eltern mit Automatikschaltung ausgeliehen, so dass die Rückfahrt nach Hessen am 03.07.25 völlig problemlos war.)

Blick auf die Narbe (22.07.25)
2 Wochen nach der OP wurden die Fäden gezogen, ab dann hatte ich auch keinen Cast/Kunststoffgips mehr, sondern sollte lediglich nachts noch für 1-2 Wochen eine Orthese tragen.

Orthese statt Cast/Gips (22.07.25)
Auch nach der Entfernung der starren Schiene war die Beweglichkeit der Hand noch stark eingeschränkt, je Richtung konnte ich sie nur zu etwa 20 Grad bewegen. Ab dem nächsten Tag war ich 1-2x pro Woche bei einem Physiotherapeuten, wodurch die Beweglichkeit der Hand zunächst je Termin um ein paar Grad zunahm.
Diese Steifheit von Gelenken nach einer 3-wöchigen Ruhigstellung (1 Woche vor der OP + 2 danach) ist wohl ganz normal; ohne eine OP hätte ich vermutlich 6-8 Wochen lang einen Cast/Gips tragen müssen, danach hätte das "Wiedererlernen der Beweglichkeit" wohl noch deutlich länger gedauert.

Narbe 2 Wochen später (04.08.25)
Nach wenigen Wochen konnte ich die Hand nach vorne zu etwa 60 Grad abknicken, nach hinten zu etwa 45 Grad (vs. je knapp 90 mit der linken Hand). In den folgenden Wochen waren die Fortschritte jedoch leider nur noch sehr gering, so dass auch 2 Monate nach der OP die Beweglichkeit der Hand weiterhin eingeschränkt blieb (siehe unten), zumal das Handgelenk weiterhin leicht angeschwollen war.
Immerhin kehrte die Kraft im Daumen nach und nach wieder zurück, so dass ich seit Mitte August eigentlich alle "Alltagsbewegungen" wieder mit rechts machen konnte; lediglich das Ausholen für einen Golfschwung oder auch Liegestützen waren weiterhin nicht möglich.

Röntgenbilder vom 18.08.25
Auf dem rechten Bild sieht man, dass die Titanplatte etwas über den Knochen hinaus ragt.
Am Tag der OP sagte man mir, dass die eingesetzte Platte theoretisch "für immer" drin bleiben könne, solange ich keine Beschwerden deswegen habe. Der Handchirurg hier in Hamburg (bei dem ich die Fäden habe ziehen lassen) meinte jedoch, dass die überstehende Platte die Sehnen der Hand reizen würde, was langfristig Probleme bereiten könnte; außerdem sei die etwas "zu lange" Platte möglicherweise eine Erklärung für die weiterhin eingeschränkte Beweglichkeit der Hand, so dass wir uns Ende September für eine 2. OP Anfang Januar 2026 zur Entfernung der Titanplatte entschieden haben, damit danach die Beweglichkeit hoffentlich noch weiter zunehmen kann.

Vergleich "Hand nach hinten strecken" links vs. rechts (21.09.25)

Vergleich "Hand nach vorne beugen" links vs. rechts (21.09.25)
Manchmal ging es mit der rechten Hand auch schon ein paar Grad mehr, am nächsten Morgen war es dann aber meist wieder etwas schlechter.
Trotz der weiterhin eingeschränkten Bewegungsfreiheit konnte ich Anfang Oktober immerhin schon wieder problemlos Gleitschirmfliegen!
Bis Anfang Januar 2026 hatte sich die Beweglichkeit der Hand leider nur noch wenig verbessert, lediglich die Narbe wurde immer blasser.

Beweglichkeit der Hand (05.01.26)

Blick auf die Narbe (05.01.26)
Am 06.01.26 wurde dann in der Unfall- & Hand-Chirugie am Grindel in Hamburg eine "Materialentfernung" vorgenommen: in 40 min wurde die Titanplatte wieder rausgeschraubt, diesmal nur unter lokaler Betäubung des Unterarms, so dass ich während der OP mit dem Arzt und dem Anästhesisten sowie der OP-Schwester munter plaudern konnte, was wirklich sehr kurzweilig war.

Verband 2 h nach der 2. OP (06.01.26)
Außer direkt nach der OP brauchte ich wieder keinerlei Schmerzmittel, was ich schon sehr erstaunlich finde, dass so ein Schnitt in der Haut nicht noch tagelang weh tut.

Narbe am Tag nach der 2. OP (07.01.26)

Auch drinnen wurde nichts vergessen, prima (07.01.26)
Schon ab dem nächsten Tag gab es nur noch ein Pflaster auf die Wunde, auch konnte ich die Hand im Alltag schon wieder fast normal benutzen.

Danke an Dori, Werner und Lenny für die Betreuung am Tag/Abend der OP!

9 Tage später wurden die Fäden gezogen und mir das "Material" übergeben.

Titanplatte und Schrauben (15.01.26)
Der erste Eindruck bislang ist, dass sich an der (eingeschränkten) Beweglichkeit der Hand nichts geändert hat, aber noch ist das Handgelenk auch minimal angeschwollen und die Narbe spannt etwas. Es bleibt also abzuwarten, ob in den nächsten Wochen noch eine Verbesserung eintritt.
*** Labels: Allgäu, Gleitschirmfliegen
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