Heute haben wir mit der MSC Poesia von 8 bis 21 Uhr ein zweites Mal auf Guadeloupe angelegt; nach meinem Ausflug in den östlichen Teil (Grande-Terre) letzte Woche habe ich heute einen Abstecher in den (süd-)westlichen Teil (Basse-Terre) der Insel unternommen, u.a. zu den Wasserfällen von Carbet, die inmitten einer üppig-tropischen Regenwaldlandschaft liegen (während Dori heute an Bord geblieben ist).
Es geht von Bord (10 Uhr)
Ein MSC-Ausflug zu den Wasserfällen (Les Chutes du Carbet) hätte 63 € gekostet, ich habe 2.30 € für den Eintritt bezahlt und sonst nichts, weil ich von Pointe-à-Pitre aus die etwa 45 km (wieder) getrampt bin, ohne langes Warten war ich ab 10 Uhr mit 3 Mitfahrgelegenheiten in 75 min am Eingang zu den Wasserfällen, der Rückweg ging sogar noch schneller, wobei ich zuvor am Nachmittag noch eine Küstenwanderung auf dem Sentier de la Grande Pointe (5 km) zum Parc Archéologique des Roches Gravées mit einigen präkolumbischen Petroglyphen unternommen habe.

Hindutempel, Changy

La Soufrière (1467 m)

Allée Dumanoir, Capesterre-Belle-Eau
Meine 3. Mitfahrgelegenheit hat mich dann sogar den kompletten Weg von der Küstenstraße N1 bis zum Startpunkt der Wanderung zum Carbet-Wasserfall gefahren (gut 8 km auf der D4 bis auf knapp 600 m Höhe), obwohl der Fahrer eigentlich schon 5 km vor dem Abzweig an der N1 gewohnt hat; sein Kommentar: "Das war meine 'gute Tat' für den heutigen Sonntag" – vielen Dank!

Straße D4 bis zum Startpunkt der Wanderung
Ab dem kleinen Besucherzentrum sind es zu Fuß nur etwa 20 min bis zum sog. "Zweiten Wasserfall von Carbet" (Deuxième Chute du Carbet), es gibt auch noch den "Ersten" und "Dritten", die Wanderungen dorthin dauern aber jeweils 3-4 h und sind wesentlich schwerer.

Blick zum ersten (115 m) und zweiten (110 m) Wasserfall


Wanderung zum 2. Wasserfall von Carbet
Näher kommt man derzeit leider nicht, der (ehemalige) Weg noch dichter an den Wasserfall ran war abgesperrt.

Rückweg
Anschließend bin ich noch etwa 3 km auf der Straße in Richtung Küste gelaufen, um dann einen kurzen Abstecher zum Grand Etang-See zu machen.

Weg bis zur Abzweigung zum See

Grand Etang (auf 405 m)
Den Rest des Weges zur Küste ging es dann wieder im Auto. Wären die Ersten, die angehalten haben, direkt zurück nach Pointe-à-Pitre gefahren, hätte ich mir gesagt: "Prima, ich hatte einen schönen Tag auf Guadeloupe, also wieder zurück zum Schiff". Das erste Auto hat mich allerdings nur bis zur Kreuzung D4/N1 gebracht, und ein Blick auf meine Landkarte verriet, dass es bis zum Parc Archéologique des Roches Gravées (mit präkolumbischen Felszeichnungen) nur knapp 10 km sind – und da ich für sowas schon immer zu begeistern war, habe ich mich spontan noch auf den Weg dorthin gemacht, schließlich war es auch erst 13:30 Uhr.
Strand bei Bananier (Anse Salee)
Direkt unter dem entsprechenden Straßenschild stehend haben mich zwei Einheimische aufgegabelt, die mich dann aber nicht direkt am Park rausgelassen haben, sondern etwa 5 km davor, am Ende einer Sackgasse, von wo aus ein Wanderweg bis zum anvisierten Park führte. Laut der Angabe auf der Infotafel vor Ort war für die einfache Strecke eine Laufzeit von 3 h angegeben – angesichts meiner schwindenen Getränkevorräte war mein erster Gedanke: "Niemals gehe ich hier lang!"
Allerdings hatte ich auch keine Lust, erst mal 20 min auf der Sackgasse zurück zur Hauptstraße gehen zu müssen (da hier außer mir keiner war, der mich hätte mitnehmen können), und schließlich war es doch genau das, was ich gerne mag: ein einsamer Küstenwanderweg durch unberührte Natur, ohne zig andere Touristen um mich herum (wie auf dem Weg zum Wasserfall). Also habe ich mich dann doch auf den Weg gemacht (auf dem es auch schon einige Petroglyphen zu sehen gibt), und da ich die zweite Hälfte des Weges nicht auf dem teilweise recht unwegsamen Wanderweg gegangen bin, sondern auf einer parallel dazu führenden Straße, habe ich bis zum archäologischen Park nur etwa 90 min gebraucht.


Le Sentier de la Grande Pointe
Am Parc Archéologique des Roches Gravées in Trois-Rivières angekommen musste ich dann feststellen, dass – entgegen der Angaben in meinem Reiseführer – nur von Dienstag bis Samstag geöffnet ist! Da laufe ich stundenlang umher, erreiche mit letzter Kraft das Ziel und werde 50 m davor doch noch ausgebremst? Wie ärgerlich!
Zum Glück war das (provisorische) Eingangtor zum Park aber unverschlossen, also bin ich fix durchgeschlüpft und habe mir so doch noch die Felszeichnungen und den botanischen Garten drumherum ansehen können.
Parc Archéologique des Roches Gravées, Trois-Rivières
Der Rückweg nach Pointe-à-Pitre ging dann ziemlich reibungslos mit nur 2 Mitfahrgelegenheiten, schneller wäre es mit einem Bus auch nicht gegangen, zumal mich das zweite Auto direkt bis zum Schiff gebracht hat.
Rückweg
Memorial de Débarquement de Christophe Colombus, Sainte-Marie
Zurück an der MSC Poesia (17 Uhr)
Sonnenuntergang (17:45 Uhr)
Abfahrt (20:30 Uhr)
Fazit: ein wirklich toller, erlebnisreicher Tag im westlichen Teil von Guadeloupe – das hätte mir keiner der organisierten MSC-Ausflüge so bieten können, schon gar nicht für nur 2.30 €! 😀
Weiter mit dem nächsten Tag: KA10 - St. Lucia
Für Bilder vom östlichen Teil von Guadeloupe von letzter Woche siehe KA02.
*** Labels: Pointe-a-Pitre, Trois-Rivieres
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